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fast ausgebucht Sanftes Hatha-Yoga
ab 14.03.2022, Ev. Dreikönigsgemeinde

Geschichte

Gründung und Entwicklung

Die Verein wurde 1946 von Prof. Oskar von Dreyhausen als „Volksbildungsstätte“ in Schierstein gegründet und hat sich aus kleinen Anfängen zu einer echten Volkshochschule vor Ort entwickelt. Dokumente, die das genaue Gründungsdatum belegen, wurden bislang in den alten Unterlagen nicht gefunden. Es kann aber nicht vor Herbst 1946 gewesen, weil Prof. von Dreyhausen vorher nicht in Schierstein lebte.

Heute hat der eingetragene Verein mehr als 200 Mitglieder und bietet in jedem Semester deutlich über 100 Kurse und Veranstaltungen an, schwerpunktmäßig natürlich in Schierstein, aber beispielsweise auch in Biebrich oder in der Dotzheimer Siedlung „Sauerland“.

Umbenennung in Volkshochschule

Am 17.04.2015 hat die Mitgliederversammlung der Volksbildungsstätte einstimmig die Änderung des Vereinsnamens beschlossen. Hauptgründe waren, dass Neukunden mit dem Begriff „Volksbildungsstätte“ häufig nicht viel anfangen konnten, sowie der Wunsch, sich dem neuen, einheitlichen Layout der Volkshochschulen anzupassen. Die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 07.05.2015 durch das Amtsgericht Wiesbaden. Seitdem trägt der Verein den neuen Namen „Volkshochschule Schierstein e.V.“.

Vorsitzende seit 1971

Die letzten vier Vorsitzenden des Vereins, fotografiert im Dezember 2018, repräsentieren fast fünfzig Jahre ehrenamtliche Arbeit für die Volksbildungsstätte Schierstein, die seit 2015 Volkshochschule Schierstein heißt.

Gedicht „Vom Geist“

von Prof. Dr. Günther Böhme,
Ehrenvorsitzender der Volkshochschule Wiesbaden,
gewidmet der Volksbildungsstätte Schierstein
anlässlich der Feier des sechzigsten Jubiläums am 17.11.2006


Die Frage ist doch: Was ist Geist?
Und woran ist er zu erkennen?
Warum darf, wen man geistvoll heißt,
Sich dann auch noch gebildet nennen?
Und wer's nicht ist, wird der nicht meist
Zur nächsten Bildungsstätte rennen?
Da kann er, grad wie unsereins,
Sich klugen Geistern anbequemen,
Sitzt er am Ufer Vater Rheins,
Wird er bei geistigen Problemen
Sich reichlich guten Geist des Weins
Gedankenvoll zu Hilfe nehmen.
Wird dabei auch sein Geist entschwinden
Entruckt so in die Welt des Scheins,
Wird er ent-geistert Ruhe zu finden,
Vertrauend auf den Spruch der Alten:
Den Seinen gibt's der Herr im Schlaf.
Doch hat er seinen Schlaf gehalten,
Merkt er, dass es ihn nicht betraf.

Von Bildung ist da nicht die Rede.
Doch was ihm nun im Schädel kreist
Liegt mit dem Zeitgeist in der Fehde;
Der eben geht ihm auf den Geist.
Da ruft, aus Furcht vor Geistes-Öde
Er, was seit Hegel Weltgeist heißt,
Der seinerseits ihn stante pede
Auf Schiersteins Bildungsstätte weist.

Da glättet sich noch eine jede
Besorgte Miene (mindstens meist),
Wird Geist doch wie Duft der Resede
Hier inhaliert. Weshalb die Rede
Den Ort von Schiersteins Hölle preist,
Wo noch der letzte Samojede
In Fülle Geist wie Manna speist.
Wer sich mit Geist plagt, der bewundert,
Was hier seit mehr als Halb-Jahrhundert
Hierorts um Volkes Bildung kreist.
Und angesichts von solchen Meistern
Der Schule muss er sich begeistern:
Der Geist mit Wein gepaart hält jung.
Wer neigt sich nicht zur Huldigung
Vor denen auch, die vorher waren?

Wer jetzt noch fragt: Was ist der Geist?
Dem sei gesagt: Er wird's erfahren,
Wenn er einmal nach Schierstein reist.

75 Jahre Volkshochschule Schierstein

Artikel aus der Festschrift

Die Geschichte der vhs Schierstein begann in Graz. Dort wurde im September 1881 Oskar von Dreyhausen (mit vollem Namen: Dreyhausen von Ehrenreich) geboren – als Sohn eines k.u.k. Offiziers und einer Mutter, die für ihr großes Interesse an allem, was mit Bildung zu tun hatte, bekannt war. Noch zu Zeiten Kaiser Franz Josephs aufgewachsen, studierte Oskar von Dreyhausen die Fächer Germanistik, Geschichte und Anglistik. Schon als junger Mann faszinierte ihn die britische Lebensart, und schon früh begann er eine rege Korrespondenz in englischer Sprache. Vom Erbe seiner Großmutter finanzierte er eine Reise in die britischen Seebäder und lernte dort die damals gängigen Badekarren am Strand kennen und schätzen. Den Rest des geerbten Geldes steckte er in eine in rotes Leder gebundene Gesamtausgabe der deutschen Klassiker.

Weil der Brief an ihn offensichtlich verloren gegangen war, erfuhr Oskar von Dreyhausen ganz zufällig aus der Zeitung, dass er nach Bad Teplitz-Schönau berufen worden war. Dort lernte er auch seine zukünftige Frau kennen – die Hochzeitsreise der beiden führte nach Amorbach im Odenwald. Von dort aus besuchte das Paar auch Mainz und Wiesbaden, wo es beiden sehr gut gefiel. Und so war es für Oskar von Dreyhausen leicht, sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu entscheiden, als er als Heimatvertriebener für sich und seine Familie zwischen München und Wiesbaden wählen sollte.

Mit seiner Frau, Tochter, Enkelin und Schwägerin wurde er 1946 in Schierstein einquartiert – die rote Klassiker-Ausgabe hat ihn auch hierhin begleitet. In einer Zeit des Aufbruchs und Neuanfangs hat ihn die Überzeugung, dass Bildung jedem zugänglich gemacht werden müsse, vor eine neue Aufgabe gestellt – er wollte dieses Ideal umsetzen. Gemeinsam mit Gleichgesinnten organisierte er die ersten Vorträge in Schiersteiner Gasthäusern, verpflichtete immer wieder neue Redner und arbeitete eigene Vorträge aus. „Man muss das Mögliche wollen“, war sein Motto, und so legte er noch 1946 die Basis für die spätere Volksbildungsstätte Schierstein.

Leicht war der Anfang in Wiesbaden für den damals 65-Jährigen nicht: Er arbeitete als Englischlehrer und gab auch Einzelunterricht – bezahlt wurde in Naturalien, und eine Nachhilfestunde kostete ein Ei. Aber niemals kam es Oskar von Dreyhausen in den Sinn, aufzugeben. Ebenso, wie er seiner Familie nach Kriegsende Halt gab – Schwiegersohn Dr. Bruno Kuhn kehrte erst 1949 als der Kriegsgefangenschaft zurück – arbeitete er an seinem neuen Projekt Volksbildungsstätte Schierstein. Weil es ja noch lange keine Programme gab, suchte er potentielle Zuhörer persönlich zu
Hause auf, um sie zu Vorträgen und Themenabenden einzuladen. Am Tag danach machte er ebenfalls die Runde durch Schierstein, ließ die Teilnehmer das Gehörte wiederholen und beantwortete ihre Fragen, um sicherzustellen, dass sie alles verstanden hatten. „Sehr lehrreich, Herr Professor!“, war eine Antwort, die Oskar von Dreyhausen nach einem solchen Abend oft bekam.

Schon bald war er in Schierstein bekannt. Der alte Herr, der nie ohne Hut und sein blütenweißes Einstecktuch in der Reverstasche ausging, der die Damen mit Handkuss begrüßte und den typischen charmanten Österreicher verkörperte, wurde zum Original, an das sich viele Schiersteiner noch lange nach seinem Tod erinnerten.

Oskar von Dreyhausen starb 1960 in seiner Wohnung in der Freudenbergstraße Sein Grab auf dem Schiersteiner Friedhof ist bis heute erhalten. Urenkelin Dr. Eva Wodarz-Eichner ist als Vorstandsmitglied seit 2011 für die Volkshochschule Schierstein aktiv.

Autorin: Dr. Eva Wodarz-Eichner

 

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Dezember 2021

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